Bildformat

Mit dem Kauf einer Kiev 88 habe ich mich auf das Abenteuer Mittelformat eingelassen. Ich muss mich daran gewöhnen, der Arbeit auf Film geschuldet, mein gerade gemachtes Foto nicht sogleich beurteilen zu können. Viele Jahre mit der Digital-Fotografie verbracht, haben mich da verwöhnt. Hinzu kommt noch, dass mir in der Regel, sofern der Filmtransport reibungslos funktioniert hat, pro Film nur 12 Aufnahmen zur Verfügung stehen. Gedankenloses Knipsen verbietet sich also!

Liegen dann endlich die Resultate meiner fotografischen Bemühungen im S/W- bzw. im Farbabzug vor, bin ich oft überrascht. Irgendwie harmoniert die Bildaufteilung nicht. Über Jahrzehnte an das Kleinbildformat 24x36 gewöhnt, macht das Quadrat Schwierigkeiten bei der Bildgestaltung - meist zu viel Himmel oder zu viel belangloser Vordergrund. Bei der Bearbeitung in Lightroom könnte wieder ein Rechteck entstehen. Die Versuchung ist groß! Aber zahllose gelungene Filmkompositionen im Quadrat belehren, dass so, ja gerade so, sehr ansprechende Fotos gelingen können.

Aber bereits bei der Aufnahme eines Bildes wandert der Sucher herum, damit ein ansprechender Ausschnitt gefunden werden kann und findet nur langsam Halt. Offensichtlich ist unser Auge und somit das Gehirn auf ein rechteckiges Sehen getrimmt.  Aber, vielleicht ist alles ja nur eine Sache der Übung! Hoffentlich!

 

 

Das Foto zeigt die Burg Vischering im Münsterland. Der Bildaufbau ist misslungen - zu viel Fußweg im Vordergrund, zu viel Himmel. Wäre ich aber näher an die Burg herangegangen, nicht alles vom Gebäude wäre aufs Bild gekommen.


 

 

 

Burg Vischering - Fassade Hier fiel der Bildaufbau leichter. Für Oben und Unten, für Rechts und Links war genug Motiv vorhanden.

 

Nebenbei eine kurze Bemerkung zum "Entwickeln"

Nicht leicht ist das Umwandeln vom digital erzeugten Negativ zum Positiv. Es erfordert ein "feines Händchen" in der Handhabung der Lightroomhebel, bis ein passables Positiv entstanden ist.