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Zufriedenstellende Scanergebnisse für Kleinbild- und Mittelformatnegative

Pandemiebedingt verbringe ich im Moment viel Zeit daheim bei der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung. Seit etwa 50 Jahren ist das Fotografieren eins meiner großes Hobbys - wie das so ist, mal mehr, mal weniger praktiziert.  Gerade jetzt, wo die meisten Fische Schonzeit haben und auch meine arg lädierten Knie mich mehr zu einer sitzenden Tätigkeit zwingen.

In meiner analogen Foto-Zeit habe ich die allermeisten Kleinbild-Negative sorgsam in Pergamenthüllen und in einer vor Umwelteinflüssen sicheren Weise verwahrt. Das Stöbern darin war spannend und weckte so manche Erinnerung. Zum genaueren Hinschauen ergab sich natürlich der Wunsch, aus Negativen Positive zu machen.

Mit meinem betagten Scanner - plustek OpticFilm 7600 - und der stets auf dem neuesten Stand befindlichen Software SilverFast8 gelingt das auch recht gut.

Dem Analogen wieder verfallen, habe ich mir vor einiger Zeit als Start ins Mittelformat eine Kiev 88 zugelegt. Das Fotografieren damit, wie andernorts berichtet, bereitete einige Schwierigkeiten. Nun aber liegen die ersten Bildergebnisse vor. Die so entstandenen Negative passen natürlich nicht in meinen Scanner. Ich schaute mich im Netz um und fand die Möglichkeit, die 6X6 Negative mit einer digitalen Kamera abzufotografieren.

Einen Repro-Ständer habe ich mir aus Alu-Winkel-Blöcken zusammengebaut, dazu kam eine Befestigungs-Platte für die Kamera. Als durchleuchtende Lichtquelle dient ein betagter Diabetrachter/Lichtplatte. Fotografiert wird mit einer Canon EOS 7D und dem 105 mm Makro-Objektive von Sigma.

Schwarz/Weiß Negative lassen sich in Lightroom Classic leicht durch Invertieren zu passablen Positiven verwandeln. Was aber ist mit den großen Farbnegativen zu tun? Wieder bemühte ich das Internet und fand eine positiv beurteilte Software, die diesen Prozess leisten soll. 12 Testbilder überzeugten, und ich kaufte diese Software für 99$. Ein Black Friday Nachlass ermäßigte den Kauf um 10$. Schnell als Lightroom Classic App installiert, ist es ein Kinderspiel, Farbbilder zu erzeugen.

Das Programm stammt von Nate Johnson und heißt Negative Lab Pro.

Auf seiner Website erklärt Nate sehr ausführlich in englischer Sprache die Umgehensweise mit diesem Programm. Bei auftretenden Schwierigkeiten, ich berichte später davon, hilft Nate prompt per Mail.

Habe ich die 7D in entsprechender Höhe angebracht, bereitet es Schwierigkeiten, die Schärfe für das Foto einzustellen, da die Kamera kein Schwenkdisplay hat. Ich müsste auf eine Bank steigen, um die Einstellung vorzunehmen.

Aber da gibt es ja die Helicon-Software, die ich für Makros benutze. Hiermit kann ich alle Kamerafunktionen am Computerbildschirm vornehmen. Das Problem ist nur, dass ich wenigstens zwei Bilder aufnehmen muss, um in HeliconFocus ein Resultat von einem Foto zu erlangen. Dieses Problem habe ich so gelöst, dass ich ein zweites Foto mit 1/3 mehr Lichtmenge mache. Beide Fotos werden dann zu einem zusammengerechnet. Im 6X6 Format klappte das in Farbe und in S/W hervorragend. 

Der Scanprozess in meinem Kleinbild-Filmscanner dauert mit ca. fünf Minuten pro Foto recht lange. Also probierte es mit dem flotteren Prozess des Abfotografieren und dem späteren Einsatz von Negative Lab Pro. Die Ergebnisse waren nicht zufriedenstellend -  braune Flecken unterschiedlicher Stärke auf den Bildern. Später im RAW-Modus der Kamera unterblieben zwar die Flecken, dafür waren die Bilder aber unscharf. 

Nate gab mir per Mail Tipps und Verweise auf seine Instruktionen im Netz.

Schlussendlich bin ich doch zu ordentlichen Fotos gekommen. Mit Helicon belichte ich und stelle scharf, trennt dann die Kamera vom Rechner und löse aus, sodas das Foto auf der Speicherkarte festgehalten wird.


Zwei Fotos aus 6X6 Negativen, erstellt mit Negative Lab Pro

Fehlerhafte Bilder unter Zuhilfenahme vonNegative Lab Pro - rechts im RAW-Modus erstellt, unten - mit Helicon belichtet und scharfgestellt, aber auf  Speicherkarte festgehalten.


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