Wallfahrtskirche Maria im Weingarten

Die Wallfahrtskirche liegt inmitten der Reben eines Weinbergs, des Volkacher Kirchbergs, der zum bekannten Weinort Volkach gehört. Nicht weit von hier bildet der Main eine seiner vielen Schleifen. Eine wunderschöne Lage. Das Kirchlein ist im spätgotischen Baustil errichtet. Es beherbergt zahlreiche Kunstschätze wie die sogenannte Rosenkranzmadonna. Sie war die letzte Marienschnitzerei (1521-1524) des Tillmann Riemenschneider. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie oftmals geändert und restauriert. 

Am 7. August 1962 war die Kirche Schauplatz eines Raubes in großem Stil. Diebe stiegen durch die Luke eines Kirchenfensters ein und raubten neben wertvollen Skulpturen auch die Rosenkranzmadonna. Sie konnten entkommen.

Der Diebstahl erweckte bundesweites Aufsehen. Durch einen Pressebericht wurde Henri Nannen, Herausgeber des Stern, auf den Raub aufmerksam. Es gab in der Wochenzeitung einen großen Bericht über den Diebstahl. Nannen setzte, nach Absprache mit dem Verleger Gerd Bucerius und einem Hamburger Staatsanwalt ein Lösegeld von 100000 DM aus, in der Hoffnung, dass die Diebe darauf eingingen. Das alles löste in der bundesrepublikanischen Presselandschaft einen Sturm der Entrüstung aus, man könne Kriminelle nicht noch belohnen. 

Nach vielem Hin und Her und dem Einsatz vieler Leute kam die Madonna, zwar etwas ramponiert, aber doch wieder nach einer Restauration ins Kirchlein zurück, wo sie noch heute, gesichert von einer Alarmanlage, zu bewundern ist.

Diebstahl und Wiederbeschaffung lesen sich wie ein Krimi. Wer nachlesen will, Wikipedia gibt unter dem Stichwort Madonnenraub hinreichende Auskunft.




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