Inshallah

Die Hagia Sophia - Jetzt nach Erdogans Wille wieder Moschee

Im Moment, wenn die Möglichkeiten zu reisen sehr beschränkt sind, gehen meine Gedanken in der Vergangenheit auf Reisen. Ich erinnere mich an die vielen Gegenden der Welt, die ich mit meiner Frau und teils mit meinem Sohn besuchen durfte.

Unvergesslich ist der einwöchige Aufenthalt in Istanbul zusammen mit meiner Frau. Wir wohnten in einem kleinen Hotel mitten im Sultan Ahmes-Viertel, dem historischen Mittelpunk der Stadt, wenige Gehminuten von der Hagia Sophia, dem Topkapi Palast und der Blauen Moschee entfernt. Schon im Hotel, vor allem am Abend, wenn wir den Tag im kühlen, anheimelnden Garten bei einem durststillenden Getränk ausklingen ließen, kamen wir mit Touristen aus aller Welt ins  Gespräch.

Ein besonderer Teil dieser Reise war eine Fahrt mit einem kleinen Schiff über den Bosporus bis hin zu dessen Übergang ins Schwarze Meer. Durch das Gewusel der unzähligen Schiffe, die diese Schifffahrtsstraße befahren, ging es vorbei an Moscheen, Prachtbauten vergangener Tage, den hölzernen Villen, einstmals reicher Besitzer, Yalis genannt, die schon bessere Tage gesehen haben.

Zwischendurch wurde eine kleine Malzeit gereicht und es kam zu einem Gedankenaustausch zwischen den Passagieren. Ich erinnere mich besonders an zwei Gespräche. Ein Student aus Südamerika berichtete uns von seiner Reise mit Bus und Bahn durch den Nahen Osten. Über die Fotografie machte ich Bekanntschaft mit einem jungen Anwalt aus New York, der damals schon mit einer Leica M10 SW fotografierte.

Dort, wo der Bosporus auf das Schwarze Meer trifft, machten wir Station. Beim Landgang schauten wir in Gesellschaft tiefverschleierter Damen und deren Begleiter, Touristen aus Saudi Arabien, über die Weiten des Schwarzen Meeres und machten auf einen Kaffee Rast in einem Gartenlokal mit Blick auf den dortigen Fischereihafen. Hier kamen wir, und das ist der eigentliche Anlass für diesen Artikel, ins Gespräch mit drei älteren Herren, die am Nebentisch so etwas wie Backgammon spielten.

Immer wieder muss ich an diese Begebenheit denken. In Folge der in gebrochenem Englisch geführten Unterhaltung kam heraus, dass sich einer der Herren am nächsten Tag in einer Istanbuler Klinik einer Herzoperation unterziehen musste. Dabei wirkte er völlig gelassen, von Sorge und Angst keine Spur! Inshallah - so es Gott Wille sei, werde alles gut gehen. Noch heute denke ich oft an diese Begebenheit und das Gottvertrauen dieses Mannes, besonders dann, wenn es mir an Zuversicht fehlt. Ich hoffe, dass er alles gut überstanden hat!

Im Gewürz-Basar

Die Hagia Sophia am Abend

Im Inneren der Hagia Sophia

Yali

Ein Yali

Saudische Touristen


Am Schwarzen Meer


Der Herr im gestreiften Hemd ist derjenige, von dem in meiner Geschichte die Rede ist.

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