Geh aus mein Herz .....

Paul Gerhard (1607-1676), Pfarrer und Dichter, hat den Text dieses uns allen bekannten Kirchenlieds zu einer Zeit geschrieben, als der 30jährige Krieg und die Pest seine Heimat heimsuchten.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ermuntert er die damaligen Menschen dazu, hoffnungsvoll in die Zukunft zu sehen und in der Natur Trost zu finden.

Ein Text, der uns auch heute beistehen kann 

 

 

 

Paul Gerhard

 

 

Geh aus mein Herz und suche Freud

in dieser lieben Sommerszeit

an deines Gottes Gaben.

Schau an der schönen Gärten Zier

und siehe wie sie mir und dir

sich ausgeschmücket haben,

sich ausgeschmücket haben.

 

Die Bäume stehen voller Laub,

das Erdreich decket seinen Staub

mit einem grünen Kleide.

Narzissus und die Tulipan,

die ziehen sich viel schöner an

als Salomonis Seide.

 

Die Lerche schwingt sich in die Luft,

das Täublein fliegt aus seiner Kluft

und macht sich in die Wälder.

Die hochbegabte Nachtigall

ergötzt und füllt mit ihrem Schall

Berg, Hügel, Tal und Felder.

 

Ich selber kann und mag nicht ruhn;

des großen Gottes großes Tun

erweckt mir alle Sinnen;

ich singe mit, wenn alles singt,

und lasse was dem Höchsten klingt,

aus meinem Herzen rinnen.

 


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