Sanspareil

So heißt tatsächlich eine kleine Ortschaft im Kulmbacher Land in der Nähe von Zwernitz. Von weitem schon sieht man den Turm der Burg Zwernitz, die der Markgraf von Bayreuth als Jagdsitz wählte. Diese schöne Burganlage kann man besichtigen, sie beherbergt ein Jagdmuseum. Zu Füßen der Burg wurde der so genannte Küchenbau errichtet.

 

Gattin des Markgrafen war Wilhelmine von Preußen (1709-1758). Sie war die Lieblingsschwester von Friedrich dem Großen. Eigentlich sollte sie ins englische Königshaus verheiratet werde. Aus dieser Partie wurde aber nichts, so kam sie in die glanzlose Provinz. Wilhelmine war eine sehr kunstsinnige Frau. Sie komponierte selbst und holte renommierte Künstler aller Art an den Hof. In Bayreuth errichtete sie anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Elisabeth Friederike Sophie mit dem Herzog Carl Eugen von Württemberg ein prunkvolles Opernhaus. Das zuvor recht bescheiden dreinschauende Städtchen wurde unter Wilhelmines Regiment zu einem wahren glanzvollen Ort der Kunst.

Vor wenigen Jahren wurde die Oper aufwendig restauriert und kann sich seither Weltkulturerbe nennen.

Ein Besuch des Opernhauses ist für einen Besucher Bayreuths Pflicht. Er wird von der barocken Pracht des Innenraums hingerissen sein!

 

Zeitgemäß schwärmte man am Bayreuther Hofe auch für alles Romantische. Man gab sich naturverbunden und suchte nach mystischen Plätze in der Natur. Der Markgraf lud Gäste zu Gesellschaften ein, wobei die Eingeladenen oft Kutten trugen und sich dem "ärmlichen" Leben hingaben.

Für diese Feste und auch als Sommersitz ließ der Markgraf den sogenannten Morgenländischen Bau rundherum um eine mächtige Buche errichten. Auch für diesen Bau gibt es eine lohnende Führung.

Im Markgräflichen Opernhaus


Das urzeitliche Juragebirge, entstanden aus Korallen und Schwammriffen, vom Wetter geformt, bot eine passende Kulisse für die romantischen Schwärmereien des Markgrafenpaares - verwunschene Grotten, kleine Höhlen weckten die Phantasie und erhielten entsprechend schwärmerische Namen.

Heute führt ein angenehmer, zum Teil kinderwagen- und rollstuhlgeeigneter Weg durch das Felsenlabyrinth, ohne dass Elfen oder Gnome einem über den Weg laufen.

Der Weg führt zum Glanzstück der fürstlichen Kunst und Felsenleidenschaft der Markgräfin - einem Felsentheater. Bühne und Zuschauerplätze sind teils den natürlichen Gegebenheiten angepasst, teils felsähnlich gemauert. Hier führte Wilhelmine auch ihre eigenen Stücke auf.

Der Felsenharten Sanspareil hat der Überlieferung nach seinen Namen nach dem Ausruf eines Gastes der Fürsten "Ein Ort unübertroffen

Ein Besucher - 

"Hinter diesem Wunderbogen aber sieht man das Theater, wie aus Felsen erwachsen, und von der Hand der Kunst verschönert und berichtigt … Das Ganze macht in seiner Lage, Form und Anordnung einen mächtigen und unbeschreiblichen Eindruck …" 

(Aus einer Reisebeschreibung von 1812)

 

 

Übrigens, so wird mancherorts berichtet, zog es auch Richard Wagner der Oper wegen nach Bayreuth. Er befand aber die Spielstätte als zu klein für seine voluminösen Opernereignisse. Darum erbaute er auf dem Hügel sein eigenes Opernhaus.

Das Felsentheater

Felsentheater und schattige Wanderwege

Eine kleine Geschichte am Rande - Als meine Frau und ich zuletzt im Felsengarten waren, wurden wir Zeuge folgender "Unterhaltung":

"Kuck mal da, die Sirenen-Höhle", der Begleiter:"TATÜ,TATA!" 

Ich schäme mich ein bisschen, darüber gelacht zu haben, denn nicht jeder hat in der Schule von Odysseus gehört und seinen Abenteuern mit den Sirenen!

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