Die Wiedertäufer in Münster

Geht man in Münster über den Prinzipalmarkt und benutzt die gepflasterte Straße, so übersieht man leichte diesen gläsernen "Pflasterstein". Er erinnert an die Wiedertäufer, die früher einmal das Sagen in der Stadt hatten. An dieser Stelle wurden ihre Anführer im Jahre 1536 hingerichtet. Der gläserne Stein enthält eine Fiole, die angeblich Wasser aus dem Jordan enthält.

Inmitten der Münsteraner Bevölkerung war ausgehend von einer strengreformatorischen Minderheit in den 1530er Jahren eine Bewegung entstanden, die Wiedertäufer, die mit großem Schrecken und Gewalt die Stadt regierte. Als ihr Oberhaupt, als der Wiedertäuferkönig, rief sich Jan von Leiden aus. Katholische und evangelische Truppen belagerten die Stadt und nahmen sie schließlich ein. An den Anführern der Wiedertäufer nahm man schrecklich Rache. Sie wurden mit glühenden Zangen zu Tode gefoltert. Die schrecklich zugerichteten Leichen von von Bernd Knipperdollinck, Jan van Leiden und Bernd Krechtink wurden in Käfigen an der Lamberikirche so lange ausgestellt, bis sie widerlich stinkend abgenommen werden mussten. Die Käfige jedoch hängen auch heute noch an ihrem Platz.


St. Lamberti am Prinzipalmerkt

Im Inneren von St. Lamberti

Gut zu erkennen die drei Wiedertäuferkäfige

Am Prinzipalmarkt


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