Von einem, der auszog, (wieder) analog zu fotografieren - Teil 3

Die Bessamatic und die Kiew 88 - erstes Beschnuppern nach dem Auspacken


Es ist die Technik, die mich für das analogen Fotografieren besonders begeistert! Darum hat es mir auch die Bessamatic von Voigtländer so angetan. Alles funktioniert mechanisch und zeugt von qualitativ hochwertiger feinmechanischer Arbeit. Das überall verarbeitete Metall flößt Vertrauen ein. Die Bessamatic steht in einer Vitrine und schon das Anschauen macht Freude.

Daneben steht die Kiev 88. Ab und zu nehme ich sie aus dem Regal und prüfe ihre Funktionen. Wenn ich mit dieser Kamera fotografiere, habe ich das Gefühl, ganz dich bei der Gestaltung einer Aufnahme zu sein. Die Belichtung muss gemessen und eingestellt werden, ich muss den richtigen Bildschnitt wählen, was nicht ganz einfach ist, weil für mich das 6X6-Format ungewohnt ist und weil das Bild auf der Mattscheibe seitenverkehrt erscheint. Jetzt müsste ich, dem allgemeinen Trend folgend, schreiben - " Und das entschleunigt!" Das stimmt für mich nur bedingt, ein bisschen aufgeregt bin ich doch noch bei jeder Aufnahme. Was für mich vor Jahrzehnten selbstverständlich war, beunruhigt mich jetzt manchmal.

Meine neueste Erwerbung ist die flexaret automat. In seinem You Tube-Beitrag hatte Steffen Schüngel diese Kamera so gelobt, dass ich ein geeignetes Model ersteigerte. Sie funktioniert noch ausgezeichnet, die ersten Bilergebnisse stellen sehr zufrieden! Das Einlegen des Rollfilms in diese Kamera ist bei Weitem nicht so tricki wie bei der Kiew.

Beim Umgang mit diesen betagten Kameras denke ich manchmal darüber nach, wer mit ihnen wohl dereinst fotografiert hat und wohin sie mit ihren Besitzern gereist sind. Sie haben halt so etwas wie ein Leben.




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