Rückblick

Mittlerweile blicke ich auf ein langes Fotografenleben zurück. Natürlich habe ich analog begonnen. Viele Kameras sind durch meine Hände gegangen, bis ich den Schritt zum Digitalen gewagt habe. Zunächst mit kleinen Nebenbei-Kameras für die Hosentasche, die beim Fischen auch mal etwas Feuchtigkeit vertragen konnten, z. B. die kleine Canon DIGITAL IXUS oder die noch kleinere SONY Cyber-shot. Das war schön, man konnte gleich sehen, was man da gerade geknipst hatte.

Das Digitale machte Fortschritte, Bilder in Zeitschriften verblüfften, also wurden die nächsten Canons digital. Später wechselte ich die Marke und landete bei Fujifilm.

Bis dann vor einiger Zeit die entschleunigende Fotografie gepriesen wurde. Auch auf diese Mode sprang ich auf, benutzte die alten Analogen oder kaufte gebrauchte alte "Schätzchen". 

Filmentwicklung war nicht neu für mich, mangels einer Dunkelkammer benutzte ich einen Dunkelsack. Dabei machten die 120er Filme Schwierigkeiten beim Aufspulen auf die Jobo-Spirale. Also kaufte ich ein Gerät für die Tageslichtentwicklung. Leider teilte der Hersteller nicht mit, dass seine Gerätschaft nicht alle 120er Filme verarbeitet. Das kostete Zeit, Ärger und viel Schweiß bis zur Problemlösung, weil ich stets der Meinung war, die Fehler lägen bei mir. Firmen , um Hilfe gefragt, vertrösteten mich, bis dann jemand ein Herz fand und mir alle Filme aufzählte, darunter natürlich auch meine, die der betreffende Apparat nicht verarbeiten kann!  

Was als entschleunigend gepriesen wird, kostet bei mir zuweilen Nerven! Also - digital fotografieren macht auch Spaß! Aber, kein Zweifel, die Qualität eines 120er Negativs bleibt unübertroffen, genau wie die Filmfarben, seien sie von Kodak oder Fuji! 

Was mich mittlerweile nervt, ist dieses Sich-Berauschen an technischem Mehr, Größerem. Schnellerem. Dass der Leser von Foto-Zeitschriften oder der massenhaft verbreiteten Berichte im Internet geradezu bedrängt wird, seine vor zwei Jahren gekaufte Kamera in die Ecke zu stellen, um sich das so viel bessere Nachfolgemodell zu kaufen.

Aber ist es nicht so, um ein gutes Foto zu machen, benötigt man nur wenig! Den Blick für das Motiv und die rudimentäre, technische Kenntnis von Blende, Zeit, Filmempfindlichkeit und manchmal noch der Entfernungseinstellung. Ganz wichtig ist das Erkennen der eigenen Fehler und der Blick auf die Fotos anderer Fotografen. Üben, Lernen, Ausprobieren. Der Kauf einer teuren, mit allem Schnickschnack ausgestatteten Kamera hat noch nie aus dem Käufer einen guten Fotografen gemacht! 

Mein Resümee nach beinahe 70 Jahren Umgang mit der Fotokamera.

 

Meine erste Kamera eine EXAKTA Varex  

unten - etwas von dem, was im Laufe der Zeit durch meine Hände gegangen ist. Der junge Mann auf einem der Fotos ist ein Schüler einer meiner Foto-AGs.

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Kommentare: 1
  • #1

    Michael (Freitag, 22 Mai 2026 22:45)

    "Aber ist es nicht so, um ein gutes Foto zu machen, benötigt man nur wenig! Den Blick für das Motiv und die rudimentäre, technische Kenntnis von Blende, Zeit, Filmempfindlichkeit und manchmal noch der Entfernungseinstellung. Ganz wichtig ist das Erkennen der eigenen Fehler und der Blick auf die Fotos anderer Fotografen. Üben, Lernen, Ausprobieren."
    Klasse!