Als ich heute Morgen bei You Tube herumblätterte, blieb ich bei folgendem Video hängen -
The Town I Loved So Well - Luke Kelly & The Dubliners
Zum Anhören des Liedes auf den Namens-Text oben klicken
Es muss ein Film aus den frühen Tagen der Dubliners sein, denn Luke Kelly trägt das betreffende Lied vor. Luke Kelly verstarb später an einem Hirntumor, Kelly, der charismatische Musiker, war ein unglaublicher Verlust für die Gruppe. Bald nach seinem Tode startete sie aber eine Europa-Turn`e` in deren Verlauf sie auch nach Köln kam. Damals traten die Dubliner im Alten Wartesaal auf. Dort gab es keine Bestuhlung. Wir hatten das Glück in der ersten Reihe vor der Bühne zu stehen. Das Konzert nahm seinenVerlauf. Gesungen wurden die alten, aber auch neue-Lieder der Band. Beim Mitsingen der bekannten Lieder war die Stimmung prächtig. Inzwischen saß unser sechsjähriger Sohn fröhlich auf der Bühne zu Füßen der Band.
Im Hintergrund, on Stage, saßen ältere Herrschaften, die dem Publikum als die Eltern von Luke Kelly vorgestellt wurden. Die Band hatte sie aus Dankbarkeit und wohl auch zum Trost mit auf die Konzertreise genommen.
Jedes Jahr freuten wir uns auf die Dubliner, oft traten sie in anderer Besetzung auf, aber es war immer ein Fest für meine Familie. Später spielte die Gruppe leider nicht mehr im Alten Wartesaal, wir erlebten sie im Kölner Gürzenich und in der Philharmonie. Nur die Stimmung des ersten Konzertes blieb unübertroffen! Zwischen den Konzerten haben wir uns die Zeit mit dem Hören der Schallplattenaufnahmen der Band vertrieben.
Die erste Dubliner-Platte hatte ich in frühen Jahren von einer Irlandreise, die ich mit einem alten Schulfreund unternommen hatte, mitgebracht.
Leider habe ich das Foto, das einen solchen Checkpoint zeigt nicht mehr fefunden!
Die Stadt, die Luke Kelly besingt ist (London)Derry und gehört zum britischen Teil der Insel. Es gibt zwei Namen für die Stadt , die Königstreuen nennen sie LondonDerry, die, die für die Angliederung an die Republik Irland sind, sagen Derry. Hier standen sich Royalisten und Unionisten, Protestanten und Katholiken, wie in ganz Nordirland, noch vor einiger Zeit feindlich gegenüber. Es gab Bombenanschläge, Straßenkämpe, Morde. Die hier stationierten britischen Soldaten versuchten die Streitigkeiten zu unterbinden. Dabei kam es auch zum Einsatz von Schusswaffen und Tränengas. Von diesem "Trouble" singt Luke Kelly.
Wir machte damals im kleinen Küstenort Bundoran Urlaub. Zum Fischen im Lough Melvin stand uns ein kleines Ruderboot zur Verfügung.
Von hier aus ist es nicht weit über die Grenze nach Nordirland. Whisky und Bier waren dort erheblich billiger, darum fuhren wir öfter rüber nach Enniskillen, einem kleinen Ort in Grenznähe. Jedesmal mussten wir einen Checkpoint passieren, wo wir stets gründlich von den britischen Soldaten kontrolliert wurden. Einmal mussten wir einen Hinterhof aufsuchen, aussteigen und alle Türen des Wagens öffnen. Ein Spürhund durchschnüffelte unser Auto. Gefunden hat er natürlich nichts. Gesucht wurde wahrscheinlich nach Waffen oder Rauschgift. Die Soldaten in den Checkpoints waren ausgestattet wie im Krieg - Maschinenpistole im Anschlag, Stahlhelm, das Gesicht mit schwarzer Farbe bemalt. Ein Soldat saß am Fenster eines erhöhten Raumes, Waffe bereit, der zweite Bewaffnete prüfte die Papiere. Angsteinflößend, gerade für unseren kleinen Sohn!
Dort in Enniskillen begrüße am Ortseingang eine Tafel den Besucher, auf der die Opfer der Auseinandersetzung der letzten Zeit aufgeführt waren. Im Städtchen selbst zeigten auf der Hauptstraße Hinweisschilder genau die erlaubte Parkzeit an, und ich meine mich auch an einen Hinweis zu erinnern, der besagte, dass sich immer eine Person im parkenden Auto befinden musste. All diese Maßnahmen sollten Bombenattentate aus parkenden Pkw heraus verhindern. Gespenstisch!
Gott sei Dank ist in Nordirland ein gemäßigter Friede eingekehrt, der nur gelegentlich von Krawallen gestört wird!
Ich muss gestehen, dass ich jedesmal, wenn ich dieses Lied höre, den Tränen nahe bin!
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